Blog · Juli 2026 · Lesezeit ~5 Minuten

Was kostet eine Google Ads Agentur? Die 4 Preismodelle — und wofür sie belohnen

Die Frage nach dem Preis ist die erste, die mir Interessenten stellen — und die, auf die der Markt am ungernsten antwortet. Preise gibt es „auf Anfrage“, nach dem „unverbindlichen Strategiegespräch“, „individuell nach Aufwand“. Diese Vernebelung ist kein Zufall: Wer die Modelle nicht vergleichen kann, verhandelt schlechter. Deshalb hier die Übersicht, die ich mir als Kunde wünschen würde — mit den Anreizen, die hinter jedem Modell stecken. Denn das Preismodell entscheidet nicht nur, was Sie zahlen, sondern auch, wofür Ihre Agentur belohnt wird.

Die vier marktüblichen Preismodelle

Praktisch jedes Agenturangebot lässt sich auf eines dieser vier Modelle zurückführen — oder auf eine Kombination daraus. Die genannten Spannen sind das, was mir im deutschen Markt typischerweise begegnet; einzelne Anbieter liegen darüber oder darunter.

ModellMarktüblichWofür die Agentur belohnt wird
% der Werbeausgaben10–20 % vom BudgetBudget-Wachstum — gut, wenn es sich rechnet; problematisch ohne Deckel
Pauschale / Festpreisca. 300–2.500 €/MonatMöglichst wenig Aufwand pro Kunde
Stundensatz80–150 €/StundeMöglichst viele Stunden
Hybrid: Setup + laufendSetup einmalig, dann eines der Modelle obenHängt vom laufenden Teil ab — das Setup selbst ist legitim, wenn es echten Gegenwert hat

Spannen nach meiner Markterfahrung, keine Erhebung. Entscheidend ist ohnehin nicht die Zahl, sondern was dafür tatsächlich im Konto passiert.

Prozent der Werbeausgaben ist das verbreitetste Modell — auch meines, dazu unten mehr. Es skaliert fair mit: Ein 10.000-€-Konto macht mehr Arbeit als ein 2.000-€-Konto. Der ehrliche Haken: Ohne Spielregeln belohnt es die Agentur dafür, Ihr Budget aufzublähen — sie verdient an jedem zusätzlichen Euro mit, ob er sich für Sie lohnt oder nicht. Fragen Sie deshalb immer: In welchem Rahmen darf die Agentur das Budget bewegen — und wer entscheidet, wenn dieser Rahmen wachsen soll?

Pauschale klingt nach Planbarkeit, und das ist sie auch. Der Anreiz zeigt nur in die andere Richtung: Beim Festpreis verdient die Agentur am meisten, wenn sie möglichst wenig Zeit in Ihr Konto steckt. Das Modell funktioniert, wenn der Leistungsumfang konkret definiert ist — nicht „laufende Optimierung“, sondern: Was passiert jede Woche im Konto, und woran sehe ich das?

Stundensatz wirkt maximal transparent, ist es aber nur auf dem Papier. Sie können weder prüfen, ob eine abgerechnete Stunde nötig war, noch Ihre Kosten planen — und belohnt wird, wer langsam arbeitet. Für einmalige Projekte (Audit, Tracking-Einrichtung) in Ordnung, für laufende Betreuung selten die beste Wahl.

Hybrid — einmaliges Setup plus laufende Gebühr — ist bei Neukonten völlig legitim: Kontostruktur, Kampagnen und Conversion-Messung aufzubauen ist echte Arbeit. Fair wird es durch ein Festangebot vorab mit benanntem Gegenwert. Kritisch wird es, wenn eine „Setup-Gebühr“ für die bloße Übernahme eines bereits laufenden Kontos fällig wird — dazu gleich mehr.

Was seriöse Betreuung mindestens kosten muss

Die unbequeme Rechnung: Laufende Betreuung heißt, dass regelmäßig jemand im Konto arbeitet — Suchbegriffe prüfen, Ausschlüsse pflegen, Gebote und Ziele nachjustieren, Anzeigen testen, Messung kontrollieren. Selbst bei einem kleinen Konto sind das mehrere Stunden im Monat, plus Berichtswesen und Erreichbarkeit. Bei den Personalkosten eines erfahrenen Spezialisten kann das unter grob 300–400 € im Monat schlicht nicht wirtschaftlich stattfinden.

Wer Ihnen Betreuung für 99 € anbietet, betreut deshalb nicht — er lässt laufen. Und genau dann entstehen die Verluste, die ich in jedem vernachlässigten Konto wiederfinde: ungepflegte Suchbegriffe, automatisch angewendete Google-Empfehlungen, kaputte Conversion-Messung. Die billigste Betreuung ist häufig die teuerste, weil das Leck im Werbebudget die Ersparnis bei der Gebühr um ein Vielfaches auffrisst. Ein Beispiel zur Größenordnung: Wenn in einem 5.000-€-Konto nur 15 % des Budgets wirkungslos versickern, sind das 750 € im Monat — mehr, als der Preisunterschied zwischen Billig- und ordentlicher Betreuung meist ausmacht.

Rote Flaggen im Angebot

Lange Mindestlaufzeiten. Zwölf Monate Bindung schützen nicht Sie, sondern die Agentur — vor den Konsequenzen schlechter Arbeit. Google Ads liefert nach zwei, drei Monaten belastbare Zahlen; eine Agentur, die von ihrer Arbeit überzeugt ist, braucht keinen Jahresvertrag, um Sie zu halten.

Setup-Gebühren ohne Gegenwert. Für den Neuaufbau eines Kontos ist eine Einrichtungsgebühr fair. Für die Übernahme eines bestehenden, funktionierenden Kontos ist sie es nicht — dort steht die Struktur schon, bezahlt von Ihnen.

Das Konto gehört der Agentur. Läuft Ihr Google-Ads-Konto auf die Agentur statt auf Sie, verlieren Sie bei einer Trennung alles: Kampagnen, Daten, die gesamte Lernhistorie des Kontos. Das ist eine eingebaute Wechselbremse. Bestehen Sie darauf, dass das Konto Ihnen gehört und Sie jederzeit vollen Zugriff haben.

„Kostenlose“ oder auffällig billige Betreuung. Niemand arbeitet gratis. Wird die Betreuung nicht sichtbar bezahlt, wird sie unsichtbar bezahlt — typischerweise über ein Budget, das größer ist, als es sein müsste, oder über Provisionen, die Sie nie zu sehen bekommen.

Preise erst nach dem „Strategiegespräch“. Wer seine Konditionen nicht vorab nennen kann, hat entweder keine — oder er passt sie an Ihre vermutete Zahlungsbereitschaft an.

Damit Sie wissen, mit wem Sie es hier zu tun haben

Ich schreibe diesen Artikel nicht als Neutraler, sondern als Anbieter — deshalb gehört mein eigenes Modell offen auf den Tisch: 15 % der tatsächlichen Werbeausgaben, mindestens 497 € im Monat, abgerechnet nach dem, was im Vormonat wirklich an Google geflossen ist. Monatlich kündbar, keine Übernahmekosten für bestehende Konten, jede Woche ein Kurzbericht mit meinen Änderungen und deren Begründung. Und weil das Prozentmodell den oben beschriebenen Anreiz hat: Ihr Budget bewegt sich nur in dem Rahmen, den wir beim Start vereinbaren — von der Einzelfreigabe je Erhöhung bis zur Obergrenze oder dem Kampagnenziel, in dem ich frei arbeite. Soll dieser Rahmen selbst wachsen, bekommen Sie eine Empfehlung mit Begründung — sie muss sich aus Ihren Zahlen ergeben, nicht aus meiner Gebühr. Die Details, inklusive dessen, was nicht im Preis enthalten ist, stehen öffentlich auf der Seite Modell & Preise.

Ob dieses Modell für Sie das richtige ist, hängt von Ihrem Fall ab. Ein sehr großes Konto mit Inhouse-Team fährt mit anderen Konstruktionen womöglich besser — das sage ich Ihnen dann auch.

Der nächste Schritt, wenn Sie gerade vergleichen

Wenn Sie Angebote auf dem Tisch haben und eine ehrliche Einschätzung wollen: Im Erstgespräch (30 Minuten, kostenlos) gehe ich mit Ihnen durch, was für Ihr Konto realistisch ist — gerne auch als Zweitmeinung zu einem fremden Angebot. Sie bekommen eine klare Antwort, auch wenn sie lautet, dass Sie bei Ihrer jetzigen Agentur gut aufgehoben sind.

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