Wann ich von Google Ads abrate — und warum das in Ihrem Interesse ist
Nicht jedes Geschäft gehört zu Google Ads. An drei echten Absagen zeige ich, wann der Kanal der falsche Hebel ist und was ich stattdessen empfohlen habe.
Der häufigste Satz, den ich in Erstgesprächen höre: „Wir wissen ehrlich gesagt nicht, was unsere Agentur da eigentlich macht.“ Oft ist der Wechsel dann berechtigt. Aber ein überstürzter Wechsel kann teurer werden als drei weitere mittelmäßige Monate, wenn dabei Zugänge, Conversion-Daten oder die Gebotshistorie verloren gehen. Hier ist der Ablauf, mit dem der Übergang sauber funktioniert.
Drei Signale rechtfertigen aus meiner Sicht einen Wechsel ziemlich zuverlässig:
Was dagegen kein Wechselgrund ist: zwei schwache Wochen. Google Ads schwankt durch Saison, Wettbewerber, Nachfrage. Und Smart Bidding lebt von Kontinuität: Wer bei jeder Delle die Betreuung tauscht und dabei Strategie und Struktur mitwechselt, setzt die Lernhistorie immer wieder zurück und produziert genau die Instabilität, über die er sich beschwert. Erst Muster erkennen, dann entscheiden.
Das ist der wichtigste Teil des ganzen Artikels. Kündigen Sie erst, wenn die folgenden vier Punkte geklärt sind. Danach sitzen Sie am kürzeren Hebel.
Planen Sie eine Überschneidung ein: Die neue Betreuung sollte Lesezugriff bekommen, solange die alte noch verantwortlich ist. So kann sie das Konto in Ruhe verstehen, statt am ersten Vertragstag unter Druck loszulegen. Und Sie haben keinen betreuungslosen Zeitraum.
Und: Wechseln Sie nicht mitten im Saisonhöhepunkt. Ein Übergang bedeutet immer etwas Reibung: neue Hände, neue Einschätzungen, gegebenenfalls Lernphasen. Die will man im Februar haben, nicht im Weihnachtsgeschäft. Wenn die Hochsaison vor der Tür steht, ist es meist klüger, den Wechsel dahinter zu legen und die Zeit bis dahin für die Punkte oben zu nutzen.
Eine seriöse neue Agentur beginnt mit einem Audit: Was läuft, was liegt brach, wo versickert Budget, stimmt die Conversion-Messung? Erst danach kommen Eingriffe, und zwar dosiert. Die Smart-Bidding-Historie Ihres Kontos ist Kapital: Der Algorithmus hat über Monate gelernt, welche Nutzer bei Ihnen konvertieren. Wer funktionierende Kampagnen ohne Not neu aufsetzt, wirft dieses Kapital weg und startet die Lernphase von vorn.
Deshalb ist mein deutlichstes Warnsignal der Satz „Wir bauen erst mal alles neu auf“, ohne konkrete Begründung, was am Bestehenden kaputt ist. Manchmal ist ein Neuaufbau tatsächlich richtig, etwa bei strukturell zerschossenen Konten oder kaputter Messung. Aber das muss die Agentur am Konto belegen können, nicht als Standardfloskel liefern. Oft ist „alles neu“ schlicht bequemer für die Agentur als das gründliche Einarbeiten in gewachsene Strukturen — bezahlt wird der Neustart mit Ihrer Performance.
Erwarten Sie keinen Sprung in Woche eins. Realistisch läuft es so: Zuerst wird die Messung geprüft und repariert, denn jede Optimierung auf falschen Zahlen ist wertlos. Dann kommen die unspektakulären Aufräumarbeiten: Suchbegriffe, Ausschlüsse, Anzeigen, Ziele. Größere Zieländerungen lösen Lernphasen aus, in denen die Performance vorübergehend schwanken kann. Ein seriöser Betreuer kündigt das an, statt es wegzulächeln.
Woran Sie nach 90 Tagen erkennen, dass der Wechsel richtig war: Die Änderungshistorie füllt sich kontinuierlich. Berichte beantworten drei Fragen: Was wurde getan, was hat es gebracht, was ist als Nächstes dran? Der Suchbegriffs-Bericht wird sichtbar sauberer. Und der Trend bei CPA oder ROAS zeigt über den Gesamtzeitraum in die richtige Richtung, auch wenn einzelne Wochen ausreißen.
| # | Punkt | Wann |
|---|---|---|
| 1 | Wechselgrund prüfen: keine Arbeit im Konto sichtbar, kein Zugriff, Berichte nicht nachvollziehbar? | vor der Entscheidung |
| 2 | Eigenen Admin-Zugriff auf das Google-Ads-Konto verifizieren (eigene E-Mail, Administratorrechte) | vor der Kündigung |
| 3 | Kontoeigentum klären: eigenes Konto oder Konto der Agentur? | vor der Kündigung |
| 4 | Zugriff auf Conversion-Tracking, GTM-Container und Analytics sichern | vor der Kündigung |
| 5 | Daten exportieren: Suchbegriffe, Änderungshistorie, Ausschluss-Listen, Berichte | vor der Kündigung |
| 6 | Kündigungsfrist prüfen und Überschneidung mit der neuen Betreuung einplanen | Kündigung |
| 7 | Timing: nicht zum Saisonhöhepunkt wechseln | Kündigung |
| 8 | Neue Betreuung: Audit vor Umbau; „alles neu“ ohne Begründung ist eine rote Flagge | Übergabe |
| 9 | Nach der Übergabe: Zugänge der alten Agentur entfernen (Konto, GTM, Analytics) | Übergabe |
| 10 | Nach 90 Tagen bewerten: Änderungshistorie, nachvollziehbare Berichte, Trend bei CPA/ROAS | danach |
Die Punkte 2 bis 5 sind die entscheidenden: Alles, was Sie vor der Kündigung sichern, kann Ihnen danach niemand mehr streitig machen.
Manchmal ist die ehrlichste Antwort: Die aktuelle Agentur macht einen ordentlichen Job, und das Problem liegt woanders: im Angebot, in der Website, in unrealistischen Erwartungen. Genau das kläre ich im Erstgespräch (30 Minuten, kostenlos): eine ehrliche Zweitmeinung zu Ihrem Konto, auch wenn am Ende „bleiben Sie, wo Sie sind“ herauskommt. Und falls es doch auf einen Wechsel hinausläuft: Kontoübernahmen sind bei mir ohne Übernahmekosten. Wie die Zusammenarbeit aussieht, steht unter Modell & Preise.
Wenn sich bei Google Ads etwas ändert, das Ihr Werbebudget betrifft, schreibe ich es auf: kurz, konkret, ohne Verkaufs-Anhang. Abmeldung jederzeit.
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Nicht jedes Geschäft gehört zu Google Ads. An drei echten Absagen zeige ich, wann der Kanal der falsche Hebel ist und was ich stattdessen empfohlen habe.
Prozent vom Budget, Pauschale, Stundensatz, Hybrid: was marktüblich ist, welche Anreize jedes Modell setzt und welche roten Flaggen im Angebot Sie stutzig machen sollten.