Was kostet eine Google Ads Agentur? Die 4 Preismodelle und wofür sie belohnen
Prozent vom Budget, Pauschale, Stundensatz, Hybrid: was marktüblich ist, welche Anreize jedes Modell setzt und welche roten Flaggen im Angebot Sie stutzig machen sollten.
Die meisten Agenturen sagen zu jedem Interessenten Ja. Das liegt nicht daran, dass Google Ads für jeden passt. Es liegt am Retainer.
Ein Unternehmer ruft an, will werben, und am anderen Ende sitzt jemand, der davon lebt, dass genau dieser Vertrag zustande kommt. Ob der Kanal für das Geschäft trägt, ist in dem Moment eine unbequeme Nebenfrage. Also wird sie nicht gestellt.
Ich halte das für den falschen Weg. Wenn sich Google Ads für Sie nicht rechnet, erfahren Sie das von mir vor dem Vertrag. In den vergangenen Monaten habe ich mehreren Interessenten abgesagt oder abgeraten. Kein einziger davon hatte ein schlechtes Geschäft. Bei allen war Google Ads nur der falsche Hebel zum falschen Zeitpunkt. Drei dieser Fälle zeige ich hier, ohne Namen, aber genau so passiert.
Die ganze Mechanik von Google Ads baut auf einem einzigen Punkt auf: Jemand hat ein Problem, sucht nach der Lösung, und Sie sind zur Stelle. Das ist stark, solange überhaupt gesucht wird.
Bei manchen Angeboten sucht kaum jemand. Zwei Anbieterinnen aus dem Bereich spirituelle Begleitung fragten bei mir an. Ihre Themen werden im deutschsprachigen Raum so selten gegoogelt, dass eine Kampagne kaum Reichweite gefunden hätte. Rechnet man Werbekosten und Betreuung zusammen, wäre jede einzelne Anfrage so teuer geworden, dass sich das für sie nie gerechnet hätte. Ich habe abgesagt und zu Content und dem Ausbau ihrer Community geraten, also zu Kanälen, die Nachfrage erst aufbauen. Weil ich ausschließlich Google Ads mache, habe ich sie dafür an jemand anderen verwiesen, statt so zu tun, als könnte ich alles.
Manchmal ist nicht das Volumen das Problem, sondern die Art des Kaufimpulses. Google ist ein Pull-Kanal, die Leute kommen mit einer fertigen Absicht. Manche Käufe entstehen aber aus einem Impuls, nicht aus einer Suche. Wer die anspricht, ist auf Social besser aufgehoben. Der nächste Fall zeigt beides auf einmal.
Ein Anbieter von Online-Musikunterricht für Kinder kam über eine Empfehlung. Gutes Angebot, seriös, mit echtem Wachstumswunsch. Der Jahrespreis lag bei rund 250 €.
Und genau da lag das Problem. Bei diesem Preis und dem sehr kleinen Suchvolumen wäre die Kampagne bei 20 bis 30 € Tagesbudget gelandet. Der Anbieter hätte am Ende mehr für meine Betreuung gezahlt als für die Anzeigen selbst. Eine Kampagne, in der das Honorar die Werbeausgaben übersteigt, ist keine Kampagne, sie ist ein Zuschussgeschäft.
Dazu kommt der Kaufimpuls. Eltern buchen Musikunterricht fürs Kind selten, weil sie danach googeln. Der Wunsch entsteht beim Scrollen durch Social Media, beim Video, das das Kind begeistert zeigt. Das ist ein Push-Moment. Ich habe zu Video-Anzeigen auf Meta geraten und gesagt, dass sich ein zweiter Blick auf Google Ads erst lohnt, wenn er höherpreisige Pakete anbietet. So wie es aufgesetzt war, hätte ihn eine betreute Kampagne nur Geld gekostet.
Das ist der Kern: Ihre Zahlen müssen den Klickpreis und die Betreuung tragen. Tun sie das nicht, sage ich es Ihnen. Was eine Betreuung marktüblich kostet und ab welchem Budget sie sich trägt, habe ich separat aufgeschlüsselt.
Nicht jede Antwort ist ein komplettes Nein. Manchmal passt der Kanal grundsätzlich, nur nicht für jedes Produkt.
Ein Onlineshop hatte ein gemischtes Sortiment. Die Kernprodukte waren solide nachgefragt, die Warenkörbe hoch, die Werbung konnte sich rechnen. Ein anderer Teil des Sortiments baute auf Wirkversprechen auf, die sich nicht mit standardisierten Messverfahren belegen lassen.
Der Grund liegt nicht am Produkt, sondern an den Werberichtlinien. Genau diesen Nachweis verlangt Google, bevor eine beworbene Produktwirkung durchgeht. Fehlt er, sperrt oder beschränkt Google solche Anzeigen erfahrungsgemäß schnell. Meine Empfehlung war deshalb klar: die Interessenten über die gut nachgefragten, sauber bewerbbaren Kernbegriffe abholen und den heiklen Teil aus den Anzeigen heraushalten. Wer über die Kernprodukte im Shop landet, sieht ohnehin das ganze Sortiment. Das habe ich im Beratungsgespräch gesagt, bevor ein Euro geflossen war, damit keine falsche Erwartung entsteht.
Nicht jeder Fall landet in einer Geschichte, aber das Muster wiederholt sich. Ich rate außerdem ab, wenn:
Ein Nein bei mir heißt nicht, dass ich Sie stehen lasse. Sie bekommen den Kanal, der zu Ihrer Situation passt, die richtige Reihenfolge, und oft eine ehrliche Zweitmeinung zu dem, was Ihnen gerade jemand anderes verkaufen will. Wenn das Fundament steht, bin ich da.
Der Grund ist keine Selbstlosigkeit. Es ist Erfahrung. Ein Kunde, für den sich Google Ads nicht rechnet, kündigt in drei Monaten und erzählt es weiter. Wem ich abgeraten habe, der kommt wieder, sobald es passt, oder empfiehlt mich, obwohl er nie Kunde war. Beides ist mir lieber als ein schneller Retainer, den ich vor mir selbst nicht rechtfertigen kann.
Wenn Sie wissen wollen, ob sich Google Ads für Ihr Geschäft rechnet, sage ich es Ihnen im Erstgespräch. Ehrlich, auch wenn die Antwort Nein lautet.
Wenn sich bei Google Ads etwas ändert, das Ihr Werbebudget betrifft, schreibe ich es auf: kurz, konkret, ohne Verkaufs-Anhang. Abmeldung jederzeit.
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Prozent vom Budget, Pauschale, Stundensatz, Hybrid: was marktüblich ist, welche Anreize jedes Modell setzt und welche roten Flaggen im Angebot Sie stutzig machen sollten.
Zugänge sichern, Kontoeigentum klären, Daten exportieren: was Sie vor der Kündigung erledigen müssen, damit beim Agenturwechsel weder Performance noch Daten verloren gehen.