Blog · September 2026 · Lesezeit ~10 Minuten

ChatGPT Ads im Selbsttest: vier Wochen, 252 Euro, null Anfragen und was der Kanal trotzdem verraten hat

Kurzfassung: Seit dem 1. September 2026 lassen sich Anzeigen in ChatGPT aus Deutschland heraus buchen. Ich habe den Kanal vier Wochen lang auf eigene Rechnung getestet: erst zwei Wochen ganz normal, dann mit gezielt gesenkten Geboten und zuletzt mit Abrechnung nach Impressionen. Insgesamt 252,46 Euro, null Anfragen über die Wege, die ich messe, und ein realer Interessent, den kein einziger Messpunkt erfasst hat. Dieser Artikel enthält die Zahlen, die Mechaniken, die mich am meisten überrascht haben, die Antwort auf die Frage, wie tief man bieten kann, und vor allem eine Rechnung, die vor dem Einstieg wichtiger ist als jede Erfahrung: ob sich der Kanal bei Ihren Klickpreisen überhaupt rechnen kann.

Der Test in einem Absatz

Eine Kampagne auf mein eigenes Angebot (Google-Ads-Betreuung zum Festpreis), Zielgruppe Deutschland, 15 Euro Tagesbudget, Abrechnung je Klick, eine eigens gebaute Landingpage. Gelaufen vom 7. bis 13. September. Danach eine zweite Kampagne auf dasselbe Angebot, mit der ich das Gebot Tag für Tag verändert habe (14. bis 17. September), und zum Schluss ein Versuch mit Abrechnung je tausend Impressionen (27. bis 29. September). Seitdem ist alles pausiert. Keine Kundenkonten, kein Kundengeld. Ich wollte den Kanal kennen, bevor ich ihn jemandem empfehle oder abrate.

Die Zahlen

Das eigentliche Testfenster vom 7. bis 13. September, darunter die Kosten aller Phasen:

KennzahlWert
Impressionen8.627
Klicks65
Klickrate0,75 %
Klickpreis (Ø)1,96 €
Ausgaben im Testfenster127,77 €
Einsatz 1. bis 14. September, alle Kampagnen214,62 €
Gebotstest 14. bis 17. September37,84 €
Impressionstest 27. bis 29. September0,00 €
Gesamteinsatz252,46 €
Anfragen über Formular, Telefon oder Mail-Klick0

Die Klickrate war über alle Tage hinweg bemerkenswert stabil zwischen 0,70 und 0,86 Prozent. Das ist die Zahl, die am ehesten Vertrauen verdient, denn sie schwankte kaum, während alles andere schwankte.

Und damit zur ersten von drei Mechaniken, die ich vorher nirgends beschrieben gefunden habe.

1. Das Tagesbudget ist kein Tagesbudget

Am ersten Testtag standen 29,56 Euro auf der Rechnung, bei 15 Euro eingestelltem Tagesbudget. Das sieht nach einem Abrechnungsfehler aus und ist keiner: Bei ChatGPT Ads ist das Tagesbudget ein Sieben-Tage-Mittelwert. Ein einzelner Tag darf bis zum Doppelten gehen, die Woche insgesamt bis zum Siebenfachen.

Der interessante Teil kommt danach. In der Wochenmitte fiel die Auslieferung plötzlich ab: statt rund 20 Euro täglich nur noch 7,91 und 7,26 Euro. Kein Abschalten, keine null Impressionen. Die Anzeigen liefen über volle 21 Stunden weiter, nur eben deutlich seltener. Das System bremst also, statt zu stoppen. Und am Sonntag sprang der Verbrauch wieder auf 22,82 Euro.

Ich habe diesen Sonntagssprung zuerst für einen Fehler in der Deckelung gehalten und auf dem Papier eine Überschreitung um 21 Prozent ausgerechnet. Die stimmte nicht. Der Fehler lag bei mir: Ich hatte die Woche von Montag bis Sonntag gerechnet, wie man es hierzulande tut. OpenAI rechnet die amerikanische Woche, Sonntag bis Samstag. Im richtigen Raster sieht dieselbe Woche so aus:

Budgetwoche Sonntag–Samstag gegen die Wochendecke

7 × 15 € Tagesbudget = 105,00 € Wochendecke · eigenes Konto, 6.–12.09.2026

Wochendecke 105,00 € So–Sa (richtig) Budgetwoche 06.–12.09.2026: 104,95 € 104,95 € Mo–So (falsch) Falsches Raster 07.–13.09.2026: 127,77 €, scheinbare Überschreitung 127,77 € (scheinbar +22,77 €)

Quelle: OpenAI Ads API, eigenes Konto, Abruf 14.09.2026

104,95 Euro gegen 105,00 Euro Decke. Fünf Cent darunter, nach einer Woche mit sichtbarer Bremsung mittendrin. Die Decke hält also. Sie hält nur nach einem Kalender, den man kennen muss. Wer wie ich montags zu zählen beginnt, sieht eine Überschreitung, wo keine ist, und übersieht, dass der scheinbare Ausreißer am Sonntag schlicht der erste Tag der neuen Budgetwoche war.

Was daraus für die Praxis folgt: Bewerten Sie Ausgaben bei ChatGPT Ads nie über sieben beliebige Tage, sondern von Sonntag bis Samstag. Und rechnen Sie damit, dass Ihre Anzeigen gegen Wochenende hin leiser werden, wenn Sie früh in der Woche viel verbraucht haben.

2. Nicht nur die Kosten werden nachgemeldet, sondern alles

Aus Google Ads kennt man, dass Conversions verzögert eintrudeln. Hier ist es schärfer: Bei ChatGPT Ads werden Impressionen, Klicks und Kosten gemeinsam nachgemeldet. Ein Tag, den Sie abends ansehen, ist nicht zu drei Vierteln fertig, sondern teils erst zur Hälfte, und zwar in allen Kennzahlen gleichzeitig.

Ein Beispiel aus meinem eigenen Test: Derselbe Tag las sich nacheinander als 22,54 Euro, dann 22,83 Euro, schließlich 22,82 Euro. Der laufende Tag stand beim ersten Abruf bei 0,00 Euro und landete später bei 4,57 Euro. Eine Klickrate, die um 22 Uhr berechnet wird, ist deshalb nicht ungenau. Sie ist schlicht eine andere Zahl als dieselbe Klickrate zwei Tage später.

Ich bewerte dort inzwischen keinen Tag, der jünger als 48 Stunden ist. Wer das nicht tut, optimiert gegen Rauschen.

3. Vier Sekunden

Der Punkt, der mir am meisten über den Kanal gesagt hat, steht in keiner Werbeplattform-Oberfläche. Ich messe auf der Zielseite mit, wie lange Besucher sichtbar auf der Seite sind und wie weit sie scrollen. Bei den Besuchern aus ChatGPT lag die sichtbare Verweildauer im Mittel bei vier Sekunden, die Scrolltiefe im Mittel bei 16 Prozent, also im obersten Sechstel der Seite.

Zum Vergleich: Besucher, die dieselbe Seite direkt oder über einen Verweis erreichten, scrollten sie im Mittel vollständig durch.

Vier Sekunden sind keine schlechte Landingpage. Vier Sekunden sind ein Besucher, der gerade nicht gesucht, sondern sich unterhalten hat, nebenbei eine Anzeige sah und zurück in sein Gespräch will. Genau darin liegt der Unterschied zur Google-Suche, und er ist größer, als die Ähnlichkeit der beiden Werbeoberflächen vermuten lässt:

In der Suche kommt jemand mit einer Absicht und wird von einer Antwort unterbrochen. Bei ChatGPT ist die Antwort der Grund des Besuchs, und die Anzeige ist die Unterbrechung.

Die Conversion-Falle: 22 Conversions, die nichts bedeuten

Am Ende des ersten Testfensters meldete die Plattform 22 Conversions auf 65 Klicks. Das sieht nach einer Conversion-Rate von 34 Prozent aus. Es ist keine.

Diese 22 sind Seitenaufrufe: ein Zähler, der bei jedem Aufruf der Landingpage auslöst, sofern der Besucher der Messung zugestimmt hat. 22 von 65 ist also die Einwilligungsquote, nicht das Interesse. Wer diese Zahl in einen Report schreibt, meldet Erfolge, die es nicht gibt.

Das ist kein Fehler der Plattform, sondern eine Einrichtungsentscheidung, und zwar meine. Trotzdem ist die Falle bauartbedingt leicht zu stellen: Ein Seitenaufruf ist das einzige Ereignis, das bei kleinem Budget überhaupt in nennenswerter Menge zusammenkommt. Und genau deshalb ist er das verführerischste und das nutzloseste Signal.

Warum „einfach auf Conversions optimieren“ hier nicht hilft

Der naheliegende nächste Gedanke lautet: Dann stelle ich die Kampagne eben von Klick-Geboten auf Conversion-Gebote um, dann lernt das System schon, wen es schicken soll. Drei Gründe, warum das bei diesen Volumina nicht funktioniert:

Und eine Hoffnung sollte man sich gleich ganz abschminken: Es gibt keinen Beleg dafür, dass die Plattform aus den Conversions einer Kampagne etwas lernt, das einer späteren Kampagne zugutekäme. Eine neue Kampagne beginnt ohne Vorwissen.

Die eigentliche Lücke ist auch gar keine Gebotsfrage. Meine Landingpage umfasst rund 4.000 Wörter und bietet als einzige Handlung Formular, Telefon oder Mail, alles Ganz-oder-gar-nicht. Bei 16 Prozent Scrolltiefe liest ein Besucher davon vielleicht 650 Wörter und findet darin nichts, was er tun könnte, außer einem Erstgespräch zuzustimmen, das er noch gar nicht will. Es fehlt die Stufe zwischen Klick und Anfrage. Sie wäre zugleich das Signal, an dem eine Optimierung überhaupt ansetzen könnte.

Der eine, den kein Messpunkt gesehen hat

Am achten Tag kam morgens um 09:02 Uhr ein Besucher vom Handy über die Anzeige. Er blieb 39 Sekunden, scrollte die Seite vollständig durch, ging auf die Kontaktseite, las auch die und schrieb vier Minuten später eine E-Mail.

Kein Formular, kein Klick auf den Mail-Link, keine Conversion. Er hat die Adresse abgeschrieben und aus seinem eigenen Mailprogramm geschrieben. Dieser Weg ist mit keinem Pixel der Welt erfassbar. Ich weiß nur deshalb, woher er kam, weil ich die Server-Logfiles von Hand gelesen habe.

Das ist die unbequemste Lehre des ganzen Tests: In einem Kanal mit dieser Streuung entscheidet sich alles an sehr wenigen Besuchern. Und genau die sehen Sie in keinem Dashboard. Wer ChatGPT Ads bei diesen Volumina nach gemessenen Conversions bewertet, misst fast sicher eine Null und schaltet ab, während im Postfach eine Anfrage liegt.

Die Rechnung, die vor dem Einstieg wichtiger ist als jede Erfahrung

Bis hierhin klingt vieles nach „billig, aber unaufmerksam“. Die spannendere Frage ist, für wen sich das trotzdem rechnen kann. Und die hat eine überraschend einfache Antwort, für die Sie keinen Test brauchen, sondern nur Ihren eigenen Kontoauszug.

Vorweg ein Punkt, den ich selbst zuerst falsch hatte: Die zwei Euro sind kein Preisschild des Kanals, sondern mein eigenes Gebot. ChatGPT Ads arbeitet mit einem festen Höchstgebot je Anzeigengruppe. Ich hatte 2,60 Euro gesetzt und im Schnitt 1,96 Euro bezahlt, also drei Viertel meines Limits. Wer also liest, ein Klick koste bei ChatGPT rund zwei Euro, liest meine Einstellung und nicht den Marktpreis seiner Branche.

Das ändert die Einstiegsfrage. Sie lautet nicht „ist der Kanal billiger als meine Google-Suche?“, sondern: Welchen Klick kann ich mir leisten, und bekomme ich zu diesem Gebot überhaupt noch Anzeigen ausgeliefert?

Den ersten Teil beantworten Sie mit einer Zeile. Ihr Grenz-Klickpreis (das Höchstgebot, bei dem Sie Ihr Renditeziel gerade noch halten) ist Ihr durchschnittlicher Auftragswert mal Ihrer Conversion-Rate, geteilt durch Ihr Ziel-ROAS. Mehr braucht es nicht.

Bei mir kostet ein Klick auf dieselbe Landingpage über die Google-Suche im Schnitt 8,90 Euro. Ich habe also reichlich Luft und könnte bei ChatGPT deutlich mehr bieten, als ich es tue. Der Traffic darf viereinhalbmal schlechter konvertieren als der aus der Suche und kostet mich pro Anfrage immer noch dasselbe. Bei 16 Prozent Scrolltiefe ist genau das eine realistische Annahme. Deshalb ist der Test in meinem Fall sinnvoll, obwohl er bisher nichts eingebracht hat.

Jetzt drehen Sie die Rechnung um. Ich betreue einen Shop, in dem ein Klick 0,56 Euro kostet. Sein Grenz-Klickpreis liegt bei 0,77 Euro. Er könnte bei ChatGPT also durchaus mitbieten, nur eben mit 60 oder 70 Cent statt mit zwei Euro. Der Puffer ist allerdings dünn: Schon wenn seine Conversion-Rate im neuen Kanal auf drei Viertel des heutigen Werts fällt, ist die Rechnung aufgezehrt. Halbiert sie sich (nach vier Sekunden Verweildauer die wahrscheinlichere Annahme), dürfte er nur noch rund 38 Cent bieten.

Wie viel Luft nach oben zwei Konten haben

Klickpreis in der Google-Suche (90 Tage) gegen mein gezahltes ChatGPT-Mittel von 1,96 € · anonymisiert

ChatGPT Ads: 1,96 € Dienstleister Google-Suche, Dienstleistung mit hohem Klickpreis: 8,90 € 8,90 € ChatGPT Ads ChatGPT Ads, gemessener Durchschnitt: 1,96 € 1,96 € Shop Google-Suche, Shop mit niedrigem Klickpreis: 0,56 € 0,56 €

Quelle: Google Ads, 90-Tage-Durchschnitte betreuter Konten, Stand September 2026 · Konten anonymisiert

Und damit sind wir bei der Frage, die in der ersten Fassung dieses Artikels offen blieb: Gewinnt man mit 38 Cent überhaupt noch Auktionen? Ein Mindestgebot nennt OpenAI nirgends, und die Schnittstelle gibt keine Auktionsdaten heraus. Also habe ich es ausprobiert: eine zweite Kampagne auf dasselbe Angebot, 15 Euro Tagesbudget, und jeden Tag ein anderes Höchstgebot.

Wie tief man bieten kann: die Gebotsleiter

TagHöchstgebotImpressionenKlicksKostenbezahlt je Klick
14.09. (ab 12 Uhr)0,10 €000,00 €kein Klick
15.09.0,80 €3.2034029,97 €0,75 €
16.09.0,40 €887207,87 €0,39 €
17.09.0,20 €rund 1400,00 €kein Klick

Die Schnittstelle nimmt jedes Gebot an, auch 10 Cent. Ein formales Minimum gibt es also nicht. Aber es gibt ein praktisches: Mit 10 Cent kam über einen halben Tag keine einzige Impression zustande, mit 20 Cent eine Handvoll über den ganzen Tag und kein Klick. Mit 40 Cent waren es knapp 900 Impressionen und 20 Klicks. Die Untergrenze liegt in meinem Umfeld zwischen 20 und 40 Cent, grob bei 30 Cent. Das ist eine Messung für ein Angebot, ein Land und eine Woche im September. In Ihrer Branche kann sie woanders liegen. Die Größenordnung dürfte aber stimmen.

Außer der Grenze zeigt die Tabelle noch drei Dinge:

Nebenbei hat sich die Mechanik aus Abschnitt 2 noch einmal verschärft: Klicks und Impressionen eines frischen Tages standen teils schon in der Auswertung, die Kosten dazu noch bei null. Wer da einen Klickpreis ausrechnet, bekommt null Cent und hält den Kanal für ein Wunder.

Für den Shop aus dem Beispiel oben heißt das: Seine 38 Cent liegen genau an der Kante. Er würde ausgeliefert, aber fast nur abends, und hätte keinen Cent Puffer. Für ein Konto, dessen Grenzwert bei der ehrlichen, halben Conversion-Rate knapp über 80 Cent liegt, sieht es besser aus. Aber auch dort bleiben gegenüber den real bezahlten 75 Cent nur ein paar Cent Luft. Ein realistischer Einstiegspreis liegt in meinem Test bei etwa 75 Cent je Klick, darunter kauft man Randzeiten.

Und wenn man nach Impressionen bezahlt?

Mitten in den Test hinein kündigte OpenAI am 16. September eine neue Kampagnenart als allgemein verfügbar an: Optimierung auf Conversions, abgerechnet nach Impressionen statt nach Klicks. Der Anbieter nennt das ausdrücklich sein empfohlenes Modell. Die Entwicklerdokumentation beschrieb zur selben Zeit noch eine Conversion-Optimierung mit Klickabrechnung im Beta-Status. Welche Variante in einem deutschen Konto tatsächlich greift, war damit von außen nicht eindeutig zu klären.

Die naheliegende Hoffnung lautet: Wer je Impression zahlt statt je Klick, bekommt die Klicks billiger. Auch das habe ich ausprobiert, mit derselben Anzeige, demselben Angebot, 15 Euro Tagesbudget und einem Höchstgebot je tausend Impressionen. Die Plattform hat die Kampagne dabei von sich aus auf das Ziel „Reichweite“ gestellt.

Die Rechnung dahinter: Bei der Klickrate, die ich mit 0,80 Euro Klickgebot gesehen hatte (1,25 Prozent), entsprächen 7 Euro je tausend Impressionen einem Klickpreis von 56 Cent. Das wäre ein echter Vorteil gewesen, nur wurde praktisch nichts ausgeliefert. Ab etwa 9 Euro je tausend Impressionen läge man umgerechnet bei 72 Cent je Klick und damit beim selben Preis wie mit einem normalen Klickgebot. Die Abrechnung nach Impressionen ist in meinem Test kein Weg zu billigeren Klicks. Ich habe den Versuch nach drei Tagen beendet. Gekostet hat er null Euro.

Das ist die für mich wichtigste Erkenntnis aus diesem Test, und sie steht quer zu fast allem, was man derzeit über den Kanal liest: „ChatGPT Ads ist billig“ ist keine Eigenschaft des Kanals, sondern ein Verhältnis zu Ihrer eigenen Rechnung. Für ein erklärungsbedürftiges Angebot mit teuren Suchbegriffen und hohem Kundenwert ist der Kanal interessant, weil er viel Streuverlust verträgt. Ein gut laufender Shop mit günstigen Klicks ist damit nicht ausgeschlossen. Er muss nur mit einem Gebot einsteigen, das zu seiner Rechnung passt, und damit leben, dass unterhalb von etwa 30 Cent kaum noch etwas ausgeliefert wird und knapp darüber fast nur noch abends.

Woran Sie in zwei Minuten sehen, ob es sich für Sie lohnen könnte

  1. Ihr Grenz-Klickpreis: Auftragswert mal Conversion-Rate, geteilt durch Ihr Ziel-ROAS. Das ist Ihr Höchstgebot. Rechnen Sie es ein zweites Mal mit der halben Conversion-Rate. Dieser zweite Wert ist der ehrliche. Liegt er unter 30 Cent, bekommen Sie kaum Auslieferung. Liegt er unter etwa 75 Cent, bekommen Sie vor allem Abendstunden.
  2. Der Wert eines neuen Kunden. Je höher er ist, desto mehr Streuverlust verträgt der Kanal. Und Streuverlust ist genau das, was er im Moment liefert.
  3. Ihre Messung neben dem Formular. Wenn Sie nicht sehen können, was Besucher tun, bevor sie anfragen, und was neben dem Formular passiert, werden Sie bei diesen Volumina das Falsche entscheiden.

Mein Fazit nach vier Wochen

Der Kanal ist stabil, technisch erwachsener als erwartet und liefert zuverlässig Reichweite. Er liefert nach meiner Messung aber wenig Aufmerksamkeit nach dem Klick, und aus null Anfragen bei 65 Klicks lässt sich weder ein Erfolg noch ein Scheitern ableiten: Bei einer unterstellten Anfragequote von zwei Prozent wären rechnerisch etwa 1,3 Anfragen zu erwarten gewesen. Null ist bei dieser Menge kein Beweis, nur ein ausbleibendes Anzeichen. Daran hat sich auch mit dem Gebotstest nichts geändert: Bis Ende September kam über keinen gemessenen Weg eine Anfrage aus ChatGPT.

Was die zweite Hälfte des Tests beantwortet hat, ist die Preisfrage. Billiger als etwa 30 Cent geht es nicht, zwischen 30 und 75 Cent kauft man Abendstunden, und die Abrechnung nach Impressionen ändert daran nichts. Damit schrumpft die Zahl der Geschäfte, für die sich der Kanal heute rechnet, auf die mit hohem Kundenwert und viel Luft im Klickpreis.

Wer heute einsteigt, sollte das als Lernbudget verbuchen und nicht als Leadquelle, den Klickpreis-Vergleich oben vorher rechnen und die Messung so einrichten, dass auch das sichtbar wird, was neben dem Formular passiert. Den von mir betreuten Konten empfehle ich den Kanal derzeit nicht: Selbst im günstigsten Fall bliebe bei ehrlicher Rechnung nur ein Puffer von wenigen Cent, und ein Test, dessen Ergebnis im Rauschen liegt, kostet Kundengeld, ohne eine Frage zu beantworten. Das ist ein Zurückstellen, kein Abschreiben. Ich schaue mir den Kanal zum Jahresende wieder an, und meinen eigenen Test nehme ich erst wieder auf, wenn ich ihm eine bessere Landingpage gegenüberstellen kann: eine, auf der ein Besucher in den ersten vier Sekunden etwas anderes tun kann als anzufragen.

Sie überlegen, ob der Kanal für Sie ein Thema ist? Schreiben Sie mir zwei Sätze dazu, was Sie verkaufen und was ein neuer Kunde bei Ihnen wert ist. Dann sage ich Ihnen, ob es sich bei Ihren Zahlen überhaupt rechnen könnte und, wenn nein, woran es scheitert. Kontozugriff brauche ich dafür nicht, ein kurzer Kontakt genügt.

Stand: 30. September 2026 (erste Fassung vom 14. September, ergänzt um Gebotstest, Impressionstest und das Produkt-Update vom 16. September). Grundlage sind eigene Messungen im Konto der Ponke UG (haftungsbeschränkt) vom 1. bis 29. September 2026 sowie die Server- und Zielseitenmessung auf ponke.biz. Klickpreise betreuter Konten sind 90-Tage-Durchschnitte und anonymisiert. ChatGPT Ads ist ein junges Produkt. Mechaniken und Preise können sich kurzfristig ändern.

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