Google ändert tROAS und tCPA zum 17. August — und ausgerechnet die gut laufenden Konten sind die Risikogruppe
Kurzfassung: Ab dem 17. August 2026 steuern budgetlimitierte Kampagnen mit Ziel-ROAS oder Ziel-CPA ihren konfigurierten Zielwert deutlich exakter an als bisher. Das klingt harmlos, ist es aber nicht: Kampagnen, die ihr Ziel heute übertreffen, werden künftig aktiv auf das schwächere Ziel heruntergeregelt. Wer konservative Sicherheits-Ziele gesetzt hat, verschenkt ab August Rendite — außer er passt die Ziele vorher an.
Was genau ändert sich?
Bisher war ein tROAS- oder tCPA-Ziel eine Untergrenze mit Luft nach oben: Eine Kampagne mit Ziel-ROAS 300 % durfte auch 400 % liefern, wenn der Algorithmus günstige Klicks fand. Nach der Umstellung gilt für budgetlimitierte Kampagnen: Der Algorithmus steuert den konfigurierten Wert an — nicht mehr, nicht weniger. Liegt Ihre Kampagne konstant bei 400 % ROAS bei einem eingestellten Ziel von 300 %, wird das neue Verhalten in Richtung 300 % drücken. Das übrige Budget fließt dann in im Schnitt schlechtere Klicks, bis das Ziel „erreicht“ ist.
Google nennt das verbesserte Vorhersagbarkeit. Man kann es auch nüchterner formulieren: Eine Leistungsreduktion, verkleidet als Konsistenz.
So sieht die Risikogruppe aus — reale Kampagne aus einem betreuten Konto
Shopping-Kampagne, budgetlimitiert · ROAS in % · anonymisiert
Quelle: Google Ads, 90-Tage-Werte, Stand Juli 2026 · Kampagne anonymisiert
Wer ist betroffen?
- Kampagnen mit Ziel-CPA oder Ziel-ROAS (auch als Zielvorgabe innerhalb von „Conversions maximieren“ / „Conversion-Wert maximieren“),
- die budgetlimitiert sind (Google gibt das Budget vollständig aus und könnte mehr ausgeben),
- und die ihr Ziel aktuell deutlich übertreffen.
Genau diese Kombination ist in gut geführten Konten häufig — konservative Ziele mit Sicherheitsmarge sind ja gerade ein Zeichen von Disziplin. Deshalb trifft die Änderung tendenziell die sauber gepflegten Konten, nicht die vernachlässigten.
Der Zeitplan
- Seit dem 6. Juli 2026: Google zeigt Benachrichtigungen in betroffenen Konten und stellt ein „Bid Target Adjustment Tool“ bereit, mit dem sich betroffene Kampagnen identifizieren und Ziele anpassen lassen.
- 17. August 2026: Das neue Verhalten wird scharf geschaltet. Google kündigt für die Übergangszeit „kurze Schwankungen während der Kalibrierung“ an.
Was jetzt zu tun ist
Für jede budgetlimitierte tROAS-/tCPA-Kampagne gehört vor dem 17. August die Frage auf den Tisch: Wie groß ist die Lücke zwischen konfiguriertem Ziel und tatsächlicher Performance der letzten 30–90 Tage?
- Große Lücke (Ist deutlich besser als Ziel): Ziel schrittweise an die reale Performance heranführen — also Ziel-ROAS anheben bzw. Ziel-CPA absenken. Wichtig: in Etappen (Faustregel: maximal ~10 % pro Woche), nicht in einem Sprung, sonst destabilisiert man das Gebotsverhalten selbst.
- Erst Ziel nachziehen, dann über Budget reden. Die alte Reihenfolge „Budget hoch, Ziel bleibt“ wird nach der Umstellung teurer: Mehr Budget bei zu lockerem Ziel heißt künftig mehr Ausgaben für schlechtere Klicks.
- Kampagnen ohne Budgetlimit prüfen, aber nicht in Panik anfassen. Die Änderung zielt auf budgetlimitierte Kampagnen; wer nicht limitiert ist, ist zunächst außen vor.
Meine Kunden brauchen nichts zu tun: Die Bestandsaufnahme über alle betreuten Konten läuft bereits, betroffene Kampagnen werden vor dem Stichtag angepasst — die Begründung steht dann wie immer im Wochenbericht.
Sie betreuen Ihr Konto selbst oder sind unsicher, ob Ihre Agentur das auf dem Schirm hat? Genau für solche Fälle gibt es das Erstgespräch — 30 Minuten, kostenlos, und Sie wissen danach, ob Ihr Konto zur Risikogruppe gehört.
Stand: Juli 2026. Grundlage: Googles Konto-Benachrichtigungen zur Umstellung am 17.08.2026 sowie Fachberichterstattung; Details können sich bis zum Stichtag ändern.